...dann musste noch

das Salz runter

 

 

und die Räder wurden getauscht

Der Truck war im Hafen von Colon bzw. stand auf einem Flat Rack unterwegs nach Columbien und ich hatte zwischenzeitlich über Weihnachten 2017 ein nettes Hotel direkt in der Altstadt von Cartagena bezogen.

Gutes Frühstück auf der Dachterrasse mit Pool und vor der Tür „boxte der Papst“ –  naja , jedenfalls war ich mitten drin…

Cartagena die alte Seeräuberstadt hat viel mitgemacht und ist genauso wie der Name verspricht, eine der ältesten und schönsten Städte des Landes.

Leider aber auch ein Magnet für tausende von Touristen, die dieses Land mittlerweile besuchen

Nach einer kurzen Verschnaufpause, musste nun ein Stapel Dokumente aus Panama, wieder in den Truck umgewandelt werden.

Nach Weihnachten fing der 3-tägige Behördenmarathon (Hafen, Inspekteur, Reederei, Zoll usw) an. Jeder hält mal wieder die Hand auf, was knapp 900$ nur an Gebühr in Cartagena gekostet hat.

 

 

Bilder von Cartagena

Nach einer kurzen Stippvisite bei Graham in Turbaco, ging es an die Karibikküste nordöstlich von Santa Marta

Dort traf ich wieder auf Tim mit Familie. Tim ist ein ehemaliger Profitennisspieler aus Californien.   

Von der Karibik ging es Richtung Süden ins ungefähr 900km entfernte Medellín…

 

Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40km/h dauerte das 4 Tage.

 

    


Wenige Kilometer östl. von Medellín habe ich einige Tage oberhalb der zweitgrößten Metropole Kolumbiens (ca 2,5 Millionen Einwohner) verbracht.

 

Hier gibt es einen gut besuchten Stellplatz, der bei Overländern sehr beliebt ist.

Dieser Platz liegt fast auf ca 2.000m Höhe und bietet nicht nur nachts angenehme Temperaturen.

Mit Bus, Taxi, Uber oder Schwebebahn kann man Medellín relativ unkompliziert erreichen.

Medellín, „die Stadt des ewigen Frühlings“ auf 1.500m Höhe hat nicht nur die Skulpturen des bekannten kolumbianischen Künstlers Botero zu bieten.

 

In Medellín bekam ich Besuch von Petra, wir besichtigten ausführlich die Stadt und fuhren dann weiter Richtung Süden. 


Oft ging es auf engen Straßen, über hohe Gebirgszüge mit sehr abwechslungsreicher Landschaft und üppiger Vegetation.

 

Ab und an kamen wir an Militärposten vorbei, die uns den gestreckten, nach oben gerichteten Daumen entgegenhielten, was das wohl zu bedeuten hatte!? 

Mitten in der Kaffeezone in Chinchina machten wir auf der Kaffeeplantage Finca Guayabal mit Swimmingpool und guten Restaurant einige Tage Pause und ließen uns verwöhnen.

Die kolumbianische Kaffeezone  wollten wir noch nicht verlassen. Deshalb fuhren wir weiter nach Salento.  Hier haben wir etwas außerhalb auf dem Campingplatz El Rancho de Salento übernachtet. Mit dem öffentlichen Bus sind wir für ein paar Cent nach Salento gefahren. Die Stadt war wunderbar geschmückt für das morgige Fahrradrennen und entsprechend farbig. Dass die Kolumbianer so begeisterte Fahrradfahrer sind, war uns nicht bekannt.  Diese Region ist nicht nur wegen ihres Kaffees bekannt, sondern auch wegen ihrer guten Forellen. Diese genossen wir köstlich zubereitet in einem Restaurant in Salento. Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht fuhren wir früh morgens weiter Richtung Popayan. Wir hatten 180 km zu bewältigen bis zu unserer Zielübernachtung. Die ersten Fahrradfahrer kamen uns schon entgegen auf dieser schmalen serpentinartigen Straße. Auf der Hauptverbindungsstraße passierten wir mehrere Polizeiposten, die uns jedoch nicht angehalten haben. Etwas merkwürdig kam uns das schon vor. Dann jedoch wurden wir von einem Polizeiposten angehalten. Eine Weiterfahrt war nicht möglich, da die Straße für das Fahrradrennen gesperrt war. Bitten und betteln half nichts. Wir mussten eine mehrstündige Zwangspause einlegen. Endlich am späten Mittag konnten wir weiterfahren. Im Dunkeln erreichten wir dann unser Ziel Ecoparque Rayos del Sol nördlich von Popayan und 500 m von der Panamericana  entfernt. Über den Besitzer haben wir uns am nächsten Tag ein Taxi bestellen lassen, um damit nach Popayan zu fahren. Die Stadt hat wunderschöne alte Kolonialbauten, die wir zu Fuß erkundet haben.  Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Ipiales. Eine Zwischenübernachtung haben wir an einer Tankstelle eingelegt. Unsere letzte Station in Kolumbien ist der Parkplatz der Gondelbahn zur Wallfahrtskirche von Las Lajas. Dort verbringen wir unsere letzte Nacht auf kolumbianischem Boden.


Equador:

Die Ausreise aus Kolumbien war relativ unkompliziert jedoch mal wieder sehr zeitaufwendig.

50m weiter in Ecuador wurden wir zwar zunächst freundlich empfangen, aber dann…

Es passierte genau das, was ich befürchtet hatte, ich durfte nur ein motorbetriebenes Fahrzeug nach Ecuador einführen.

Gut, dass Petra nun hier war und gut, dass auch ihr Name im KFZ-Scheins des Motorrollers eingetragen war.

Auf einer Autobahn, die an die A7 und die Kassler Berge in Deutschland erinnerte, allerdings um einiges besser asphaltiert und wesentlich exotischer, fuhren wir nach Ibarra auf die Finca Sommerwind, die einem deutschen Auswanderungspaar gehört.  

Hier wollte ich eigentlich den MAN den Sommer über gut behütet und bewacht stehen lassen, um nach Hause zu fliegen. Aber die administrativen Hürden schienen mir einfach zu hoch und das bei hohen Kosten und ungewissem Ausgang.

Ich hätte zunächst einmal ein polizeiliches Führungszeugnis mit Postille in Deutschland beantragen und in Ibarra vorlegen müssen, um dann einen Onlineantrag für einen Termin bei der Migrationsbehörde stellen zu können. Wann, also nach wie viel Wochen oder Monaten ich diesen Termin erhalten hätte und ob dies dann zu einer Visa-Verlängerung geführt hätte, stand völlig in den Sternen.

Nein Danke – ab Richtung Peru, dort waren mir weitere 3 Storage bekannt.

In Quito fanden wir in der Nähe des Airports bei Ari - einem Niederländer - einen schönen und ruhigen Stellplatz und fuhren von dort mit dem Taxi in das Centrum.

Quito, die Hauptstadt Ecuadors, liegt auf einer Höhe von 2.850 m in den Vorläufern der Anden. Die Stadt wurde auf den Fundamenten einer alten Inka-Siedlung errichtet. Bekannt ist sie für ihre gut erhaltene Altstadt aus der Kolonialzeit mit vielen Kirchen aus dem 16. und 17. Jahrhundert sowie anderen Gebäuden, in denen europäische, maurische und indigene Baustile verschmolzen wurden. Dazu gehören die Basilika auf der Plaza Grande und die besonders reich verzierte Jesuitenkirche La Compañia de Jesús.

Auf der “Straße der Vulkane“ ging es weiter Richtung Süden zur 4000 m hochgelegenen Laguna Quilotoa.

Hier war es nachts nicht nur richtig kalt, man merkte auch den fehlenden Sauerstoff in der Luft.

Durch schöne Landschaften fuhren wir weiter Richtung Westen über Manta  an die Küste. In San Lorenzo haben wir direkt am Strand gestanden. Dort lecker gespeist und übernachtet. Dann ging es weiter gen Süden immer an der Küste entlang. Wir haben immer wieder Abstecher Richtung Meer vorgenommen und sind so in Puerto Lopez gelandet. Dort haben wir am Ende des Dorfes mehrere Tage unter Palmen direkt am Strand gestanden.  Ein Traum. Hier haben wir die Wildschweinsalami, die Christian – ein Arbeitskollege von Petra- ihr mitgegeben hatte. Köstlich. Der Ort war fußläufig über die Strandpromenade gut zu erreichen. Morgens gab es dort einen beeindruckenden Fischmarkt zu sehen. Nach 5 Tagen sind wir weiter am Meer langgefahren bis nach  Ballenita. Hier haben wir ganz wunderbar an dem Hotel Farallon Dillon stehen können, oberhalb des Meeres auf einer Klippe. Die Annehmlichkeiten des Hotels, wie Infinitypool, Dusche und WC durften wir, gegen ein geringes Entgelt, mitnutzen. Auch das Hotelrestaurant mit tollem Ausblick war sehr gut. 

Der Strand hat zu langen Spaziergängen eingeladen. Doch alles Schöne geht mal ein Ende. Petras Abflug rückt näher.

 

Wir fahren auf direktem Wege nach Guayaquil zum Flughafen. Durch die Stadt zu fahren war quälend und anstrengend. Die Nacht, bis zum Abflug am nächsten Morgen, konnten wir direkt am Flughafen verbringen. Besser geht es nun wirklich nicht.

 

Petra hatte den Motorroller nach Ecuador eingeführt, war nun aber abgereist, so dass ich nicht nur mich und den Truck, sondern auch die Honda ausführen musste….

Auf Petras Namen wurde unserer Motorroller nach Ecuador eingeführt, da Petra aber

inzwischen abgereist war, musste ich den Roller illegal aus Ecuador ausführen und legal auf meinen Namen nach Peru einführen – wie macht man das!?

Naja -  irgendwie habe ich es hinbekommen, ich könnte fast ein Buch über diesen Grenzübertritt schreiben. Nur so viel-  an einem Schalter habe ich für einen Stempel 6 -7 Stunden angestanden.


Peru

 

Hinter der Grenze war ich Gast bei einem Schweitzer auf einem sehr schönen, sauberen Platz direkt am Meer. Hier hätte ich den MAN für eine längere Zeit abstellen können. Die salzige Luft direkt am Meer hat mich allerdings davon abgehalten.

Also ging es weiter ca 1.700 km die Küstenstraße gen Süden entlang und dann Richtung Osten in die Anden auf Cusco zu.

Durch unwirkliche Wüstenlandschaften, die mich an die Sahara erinnerten fuhr ich über Trujillo nach Lima.

Lima kann man nicht umfahren, da muss man durch, wenn man weiter in den Süden will.

Fast einen ganzen stressigen Tag benötigte ich, für die Durchquerung von Lima.

Im Süden Limas gibt es den Club Alemania, auf deren Gelände deutsche Staatsbürger 2 Nächte gratis übernachten dürfen. Dort legte ich einen 2-tägigen Stopp ein.    

In Nazca besorgte ich mir ein Rundflugticket, um die weltberühmten ca. 2000 Jahre alten Scharrbilder anzuschauen, die man nur aus dem Flugzeug richtig gut erkennen kann. 

An der Küste, in Lima und in Nazca hatte ich 35 Grad oder mehr. Nun ging es Richtung Osten in die Anden und die Temperaturen wurden angenehmer.

Auf langen, sehr hochgelegenen Passstraßen (mehr 4.000m) kam ich sogar in ein Schneetreiben mit nicht festgefahrener Schneedecke.

Wenige Meter von der Altstadt von Cusco, fand ich einen Storage für den Truck.

Nach einem dreitägigen Verwaltungsmarathon mit vielen Besuchen bei Polizei und Zoll, bekam ich endlich die Genehmigung meinen Wagen für ein paar Monate abzustellen. Hier steht er nun trocken und bewacht auf ca. 3.600m Höhe.

Über Lima, wo ich erneut 3 Tage in einem alten, zentral gelegenen Kolonialhotel verbrachte, flog ich weiter nach Frankfurt.