Nachdem ich eine Stunde nach meiner Ankunft am Airport Cancun auf den Vollpfosten Paul, bei dem ich den MAN den Sommer über geparkt hatte, gewartet habe - kam dieser unfreundliche Typ endlich, um mich wie vereinbart abzuholen. Ich hätte besser ein Taxi genommen.

Paul ist ein Halsabschneider, der bei seinen Kunden nur den leicht verdienten $ sieht.

Und diese fehlende Stunde, tat so richtig weh, denn nun kam ich im Dunkeln an – stockdunkel und es war ungewohnt  heiß.

Ich konnte die Hand vor Augen nicht sehen. Alles war verrammelt und verriegelt und die Batterien waren natürlich abgeklemmt – kein Licht. Da stand ich nun mit zwei schweren Trollys und einem Rucksack und wusste nicht wie ich ins Bett des Wagens kommen sollte.

Drei volle Tage hatte ich nun zu tun, um die Karre wieder flott zu bekommen.

Ich wollte so schnell wie möglich weg von diesem Typ und seinem Campground Cancun.

Also dann gleich am nächsten Morgen alle 4 Batterien aufgeladen, Inverter repariert und zusammengebaut, Wasserfilter getauscht, Ventile geschlossen, Wasser und Gas gebunkert, Toilettenlüftung instandgesetzt.

Den Truck von der mittlerweile total zerfransten Abdeckplane befreit. Solarpanel, Luken, Fenster usw. geputzt.

Alle Schubladen raus und von Ameisennestern befreit und geputzt, Wäsche gewaschen u.v.m.

Endlich nach 3 Tagen konnte es losgehen.

In Chetumal wurden die letzten Mex Peso in Bier und andere wichtigen Lebensmittel eingetauscht und dann ab nach Belize.

 

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Belize habe ich diesmal nur flott durchfahren. Die Grenzformalitäten waren wieder ätzend und es hat genau so lange gedauert wie ein halbes Jahr zuvor, aber diesmal wusste ich ja nun wie der Hase läuft und habe alles stochastisch über mich ergehen lassen. Irgendwann kommt jeder über die Grenze - halt schade um die Zeit. 3 Stunden mas o menos dauert so ein Grenzübergang.

 

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In Guatemala habe ich bei Petra aus Lippstadt auf der Hacienda ein paar Tage Pause eingelegt, um Restarbeiten am Wagen durchzuführen. Die Hacienda hatte ein schönes Naturreservat und ein Hotel mit gutem Restaurant, so dass auch die Verpflegung zum Frühstück und Abendessen gesichert war.

Leider hat es viel geregnet, also ging es nach ein paar Tagen weiter nach Honduras.

 

 

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Honduras

Auch dieser Grenzwechsel war eine Zumutung. Ich glaube ich bin 4 oder sogar 5mal von Honduras zu Fuß wieder zurück nach Guatemala gelaufen, weil immer wieder andere Kopien von mir gefordert wurden und in Honduras kein Kopierer funktionierte.

Da alle die Hand aufhalten, lasse ich mal raten in welcher Währung man in welchem Land dann jeweils bezahlen musste!? Genau immer nur in Landeswährung. Schlecht, wenn man sein Geld schon vorher, bei den Geldwechslern, die ein umlagern wie die Schmeißfliegen, zu einem grottenschlechten Kurs die bisherige umgetauscht hatte…

Honduras ist eins der kriminellsten Länder der Welt, dreckig und es hat fast nur geregnet, die Straßen waren oft teilweise weggespült. Geldautomaten waren nicht zu sehen. Hatte ich endlich einen gefunden, spukte er kein Geld aus, nach 7 Versuchen mit 5 Karten gebe ich oft auf…

Dies und vieles mehr haben mich bewogen, dieses Land ein wenig schneller zu durchqueren.

 

Die Pyramiden von Copan habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Leider hat es bei meinem Besuch auch dort stark geregnet und ich konnte nur Fotos mit dem Smartphone machen.

Am Lago de Yojoa  stand ich dann ein paar Tage in einem wunderschönen Orangenhain direkt am Wasser.

Tagsüber grasen Wasserbüffel rund um den Wagen – abends war ich umgeben von hunderten Glühwürmchen - wunderschön. Eins hatte sich nachts sogar in den Wagen verirrt.

 

Das Restaurant war zumutbar, das Bier okay und kühl und ich konnte mit Kreditkarte bezahlen – über Efectivo verfügte ich ja nicht.

100 km nordwestlich der Haupstadt Tegucigapa wurde die Straße besser, was sich in Tegucigapa und südlich davon allerdings wieder änderte.

Außerdem begann es wieder stark zu regnen, so dass ich wegen Regen und Dreck während der Fahrt kaum etwas sehnen konnte. Des Öfteren musste ich anhalten, um die Seitenscheiben und Spiegel zu putzen.

Kurz vor der Grenze nach Nicaragua habe ich mich auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz gemacht- Zu allem Überfluss, nach einem langen anstrengenden Reisetag auch noch bis zu den Achsen im Schlamm festgefahren. Erst dachte ich das kann doch nicht sein, versuchte noch einmal mit Gewalt frei zu kommen, was natürlich ein Fehler war. Bin aus dem Wagen raus, was aufgrund der Schieflage am Hang kaum noch möglich war…

Schei.. voll reingegriffen und bald wird es dunkel

Nun fielen mir die Worte wieder ein, die ich oft von Reisetheoretikern zu hören bekomme:

 „Du hast ja Zeit“

Genau

Hat man bis 15 bzw 16 Uhr keinen Übernachtungsplatz, kann es eng werden, verdammt eng. Erst recht in so einem Land wie Honduras wo nicht nur nachts die Colts und Pumpguns locker sitzen.

Normalerweise kann ich kaum irgendwo anhalten ohne dass ich sofort von Leuten umzingelt bin. Hier war ich nun ganz allein. Weit und breit niemand zu sehen – Ein Schelm der Böses dabei denkt.

Ich hätte gerne Luft von den Reifen abgelassen, kam aber nicht an die Ventile ran. Also Schüppe raus.

Ca. 2 Stunden lag ich unter dem Truck im Schlamm und habe geschaufelt.

Anschließend musste sich mein Erlerntes beim Fahrertraining in der Sahara beweisen. Untersetzung und Sperren rein und beim 2 oder dritten Anlauf war ich wieder frei. Noch mal Glück gehabt.

15 Minuten später war es dunkel – stockdunkel... 

 

Wie der Wagen, ich und das Fahrerhaus im Anschluss aussahen, überlasse ich der Fantasie des Lesers.

 

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Nicaragua:

Endlich war ich in Nicaragua und ich war positiv überrascht.

Gute Straßen, sogar mit Mittelstreifen und gut sichtbaren Begrenzungslinien. Richtig gut lesbare Straßenhinweisschilder. Seitenstreifen, deren Grün überall geschnitten war usw.

Nachdem ich mich ca. zwei Stunden mit dem Truck durch das enge Gassengewirr von Leon gekämpft habe (beide im Einsatz befindliche Navis haben versucht sich mit Peinlichkeiten zu überbieten), schaffte ich es endlich mich nach Las Penas durchzuschlagen.

 

Bei dem Hostel Rigos Guest House Las Penitas direkt am Strand fand ich einen günstigen Stellplatz. Auch ein funktionierender Geldautomat und kleine Restaurants waren in der Nähe. Von einer Hängematte auf einer Holzterrasse am Meer, hatte ich einen schönen Ausblick und endlich einmal Zeit etwas zu lesen.

Granada eine der schönsten und ältesten Städte Nicaraguas, umgeben von Vulkanen, hat viel zu bieten.  Ich stand mit dem MAN mitten im Ort, preiswert und sicher beim Roten Kreuz, wo wohl die meisten Overlander übernachten.

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Costa Rica:

Kurz hinter der Grenze von Nicaragua - auf der Seite von Costa Rica - habe ich ein paar Tage auf der 120 ha großen Rancho von Agi und Guido aus der Schweiz verbracht.

Habe den Wagen von innen und außen ordentlich gereinigt, Wäsche gewachsen usw.

Bin über Trails auf diesem riesigen Grundstück mit Blick auf Vulkane gewandert und konnte viele Tiere beobachten: Krokodile, Tucane, Kolibries, Klammeraffen, Brüllaffen

Viele Arten von Wasservögel Pferde, Büffel und vieles mehr

Über diese Brücke musste ich fahren, was ihr seht keine Brücke?  Okay -  dann muss man halt warten bis das Wasser des Flusses nach heftigem Regen ein wenig zurück gegangen ist. Irgendwann geht es dann weiter

Nach einigen Abstechern an den Pazific - Playa Hermosa - ging es an den Arenalsee zu einer weiteren Schweitzer Auswanderfamilie.

Um das Hotel Hereos hat man hier die Schweiz im Kleinformat nachgebaut.

Mit mehreren Gebäuden, eigener Molkerei, Kapelle.

 

Einer 3,5 km langen Bergbahn mit Tunneln und Viadukten. Die Lokomotiven wurden vor Jahrzehnten in Diepholz gefertigt. Der Skibus wurde aus der Schweiz importiert. In der Gastschänke wurde alpenländische Kost serviert. Auch Käsefondue. Für mich gab es ein Wienerschnitzel. 

Leider hat der Arenalvulkan seine Tätigkeit vor kurzem eingestellt, ansonsten wären die Bilder grandios geworden, aber auch ohne glühende Lava macht er einen imposanten Eindruck und zieht viele, sehr viele Touristen an, die anscheinend bereit sind, fast jeden Preis zu bezahlen.

La Fortura hat sich zu  einer reinen Touristenstadt entwickelt, Restaurants Hotels und Tourenanbieter etc – schrecklich - nix wie weg

Nach dem ich für einen kurzen Strandbesuch 7 $ zahlen musste (nur Touristen müssen zahlen und klar vorzugsweise nur in US$) habe ich mich entschlossen dieses Land zu verlassen

Verena hat recht, wenn sie von dem janusgesichtigen Costa Rica schreibt.

Costa Rica habe ich auch so empfunden.

Auf der einen Seite, schöne Landschaft, viele interessante Tiere, fast gute Infrastruktur aber bei hohem Preisniveaus, dort wo die Touristen kreisen.

An den Orten wo keine oder nur wenig Touristen hinkommen, Dreck und Armut (3$ Mindestlohn ohne soziale Absicherung, falls man überhaupt Arbeit findet) wie in den anderen zentralamerikanischen Ländern

Spätestens beim Grenzübertritt von Costa Rica nach Panama fängt das Chaos um die Verschiffung nach Columbia an.

Spätestens soll heißen, dass ich schon Tage vor der Grenzüberschreitung mit der sogenannten „Agentin“ Tea in Panama Kontakt aufgenommen habe.

 

Leider hat sich die Dame als größter Fehler meiner bisherigen Reise erwiesen.

 

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Panama:   

An der Grenze zu Panama, muss man peinlichst darauf achten, dass die anzufertigen Dokumente fehlerfrei sind. Die Ausfertigung der Einfuhrerlaubnis für MAN und Honda hat ca 2-3 Stunden gedauert. Dafür ist es nötig, dass neben dem Nachnamen ca 5 Daten aus dem Kfz-Schein und dem Pass, in das anzufertigende Dokument zu übernehmen sind. Bei der Aushändigung und Prüfung stellte ich drei Fehler fest, die wieder zeitaufwendig berichtigt werden mussten.

Der Grenzübertritt hat mindestens 10  Stunden gedauert. 2 halbe Tage habe ich mich deshalb dort aufhalten müssen.

Frei nach Janosch bekam ich zig- gefühlte mal zu hören und zu lesen:

 Ach wie schön ist Panama…

 

Mag sein…

Erster Übernachtsungsplatz mit reichlich Krokodilen im Fluss, quasi direkt vor der Haustür 

Fast zwei Wochen habe ich mich am Hostel „Johnny Fiesta“ aufgehalten. Sehr schnelles Internet bis in die Kabine. Alles unter Palmen direkt am Strand und saubere Sanitäreinrichtungen. An der Bar lief PayTV, so dass es möglich war die Champions League Spiele von Bayern München und vom BVB und anderen Topmannschaften zu verfolgen.

Hier habe ich auch alles aus dem Fahrerhaus ausgebaut:

Radio inkl. Inverter, Lautsprecher, Feuerlöscher, Steuereinheit für die Standheizung u.v.m.

Auch die Unterflurboxen wurden geleert.

 

Stromaggregat, Konverter, Kabeltrommel, Aluleiter, Grill, Pressluftzubehör usw. alles musste sicher im Aufbau verstaut werden.

Kurze Zwischenstation an einer Schweitzer Mission direkt am See

Dann ging es irgendwann nach PanamaCity, wo ich am Yachthafen (wo der PanamaKanal beginnt/endet) Quartier machte.

Einen ganzen Tag von 6h morgens bis nachmittags um 16h war ich im Centrum bei der Polizei beschäftigt.

Die anderen Tage habe ich die Innenstadt, Downtown und die Miraflorschleusen (Panamakanal) besichtigt.

3 Tage später ging es nach Colon, wo ich den MAN inklusive Schlüssel im Hafen abgeben musste.

Was sich hier so einfach liest, war total ätzend, zeitaufwendig und für die paar Meter rüber nach Columbien so richtig teuer – alles in allem über fünftausend Dollar (mehr als 5.000 US $) hat der „Spaß“ gekostet. Teurer als die Verschiffung von D nach Kanada…

Ich werde dieses zeitaufwendige, lächerliche, überflüssige und völlig überteuerte Theater jedenfalls nicht noch einmal mitmachen, da bin ich mir sicher…

Wer sich für Details zur Verschiffung interessiert, kann diese im Netz nachlesen (Link zu Panamainfo-Verschiffung)

 

Nach Abgabe des Trucks in Colon, was auch gut einen Tag gedauert hat, bin ich mit vollem Gepäck im Taxi zurück nach PanamaCity zum Airport (ca. 100km) und ab ging es in dem Flieger nach Cartagena in Kolumbien.

Weiter mit Cartagena und Columbien in Südamerika geht es hier