Jan habe ich zum Flughafen Cancun gebracht. Was mache ich jetzt?

 

9 Wochen hier in Yucatan rumfahren -  schöne Strände, Cenote anschauen usw. Oder was richtig Tolles erleben?

Genau! Ab nach Belize und Guatemala, das muss doch in 8 Wochen zu schaffen sein!

Also Wagen wieder in Ordnung gebracht und dann ging es ab nach Chetumal, an die Grenze von Britisch Hoduras (jetzt Belize).

Eingekauft und die Tanks gefüllt, Belize ist teuer.

Ausreise aus Mexico und Einreise nach Belize haben mir mit Versicherungsvertrag für den MAN, Geld, Nerven und fast 3 Stunden Zeit gekostet.

Wer mehr zu den Formalitäten wissen möchte, schaut auf den Blog von Thomas und Verena. Die beiden habe ich jetzt unterwegs schon mehrmals getroffen und ihre Website ist hervorragend und sehr informativ. – www.buwe.de/tv

Von der Grenze ging es Richtung Orange Walk Town, wo ich auf dem Platz Lamanai Riverside Retreat übernachtet habe. 

Direkt am Fluss in toller grüner Natur, trotzdem nah zum Ort.

Auf dem Fluss wurden ab und an lange Lastkräne, leise tuckernd mit einer Länge von 200-300m vorbeigezogen.

Ein tolles Bild direkt vor meiner Haustür, sogar nachts – es war stockdunkel, die Kähne waren kaum zu sehen und nur mit einem kleinen Positionslicht ausgestattet.

 

Restaurant, Dusche, saubere Toiletten, Wifi und ein interessanter Ort gleich nebenan – was will man mehr.

 

Trotzdem ging es am nächsten Tag weiter nach Belize City  der Hauptstadt. Auch dort hatte ich Glück.

Neben einer Pizzeria und Reggae-Kneipe direkt am Meer, auch mit WiFi bis in meine Karre und nahe nach Downtown, durfte ich für 8$ US übernachten.

Belize City ist ein Nest mit dem morbiden Scharm alter britischer Orte in der Karibik aus der Kolonialzeit.

Alte bunte Holzhäuser, oft zerfallen mit üppiger Vegetation umgeben mitten im Ort.

So kennt man die Karibik.

Die Mehrheit der Bevölkerung, jedenfalls in den Städten, scheint schwarzen Ursprungs zu sein. Mexico ist ganz weit (ca. 100km) weg.

Nachkommen ehemaliger Sklaven, Dreadlocks und Reggae an vielen Ecken. Ich habe öfter Typen mit Manchete im Gürtel und einer Filz-Matte bis auf den Hintern gesehen. Die Haare müssen viele Jahre nicht mehr geschnitten (gewaschen? ) worden sein.  Dafür müsste Frau viele Haarverlängerungen in Anspruch nehmen.

Mit 2-3 Stunden kommt man aber gut hin, wenn man das Wichtigste im Ort sehen will. Wie z. B. die größte noch von Hand drehbare Brücke, die es auf der Welt gibt.

 

 

Ich wollte nach Guatemala. Belize musste dafür nur kurz durchquert werden. Also am nächsten Tag weiter Richtung Grenze.

Die Landschaft in Belize ist zunächst etwas langweilig. Sie hat mich zuweilen an Kuba erinnert. Keine Hügel, Kurven oder gar Gebirge, viel Zuckerrohrfelder, wahrscheinlich auch Rum.

Was sonst noch auffällt sind die fehlenden Topes.

Naja  - nicht ganz, Bodenwellen gibt es Belize auch, sogar  reichlich, nur heißen sie hier BUMP´s. Sind noch schlechter ausgeschildert als die in Mexico, aber oft daran zu erkennen, dass rundum reichlich Zuckerrohr liegt.

Auch die Mennoniten fallen auf. Großgewachsene Typen (180-190 cm) weiß, sportlich schlank. Mit Strohhut, langärmlichen hellem kariertem Hemd und Jeanslatzhosen so neu, als wären sie gerade gekauft worden. Insgesamt also sehr gefelgte Erscheinungen.

Ca. 60 – 70 km vor der Grenze nach Guatemala wird es dann landschaftlich wesentlich interessanter.

Die Kurven und Hügelketten liegen oft ganz nah am Fluss. Die Häuser hier wirken gepflegter und bunter als an der Küste und Belize City. Eigentlich müsste ich alle paar Meter anhalten um Fotos zu machen.

Kurz vor meinem Tagesziel komme ich nach San Ignacio. Karte, Schilder und Navis sagen mir... ich muss mitten durch diesen Ort am Berg kriechen, mit schmalen Straßen und tiefhängenden Stromleitungen. Aber heute ist Samstag und die Straße, die die Navis fahren wollen, ist gesperrt. Denn alles ist auf den Beinen! Es ist Markttag. Was tun?  

Ein paar Meter vorher bin ich gerade über eine nur höchstens 3m breite schwimmende Brücke ohne alles -  wie Geländer etc. geschaukelt. Viele Smartphonkameras waren mal wieder auf den dicken Brummer gerichtet! Daumen reckten sich wie so oft nach oben.

Dann kam die Sperrung - irgendwie musste ich dadurch – dachte ich. Also bin ich zwei/drei-mal hin und her, wie beim Wüstentraining gelernt und habe die Absperrung umfahren.

Ab durch die Menschenmenge. Ein Typ kam mir armeschwingend und wild fuchtelnd in orangefarbener Weste entgegen.

Den habe ich noch stehen gelassen. Aber als dann ein Bulle vor mir stand, dachte ich mir – besser anhalten, kleine Brötchen backen und den lieben, dummen Jungen aus Alemania spielen. Denn nicht nur die Preise in Belize sind hoch, bestimmt auch die Bußgelder.

Ich bin ausgestiegen und habe ihm mein „wahres Gesicht“ gezeigt ;-)

Es hat geklappt, er lies mich weiterfahren. Wie der Bulle damals in La Paz auf der BC. Der hatte mir ja schon eigenhändig die Nummernschilder vom Roller geschraubt, damit ich nicht abhaue.

Okay-   kleine, kurze Begegnung am Rande. So etwas o. ä. passiert öfter mal.

Jetzt sitze ich hier im Regenwald an der Grenze zu Guatemala an den Clarissa Falls in traumhafter Umgebung und bereite den Grenzübergang nach Guatemala vor. Der nächste Tag ist dafür reserviert…

 

 

Grenzübergänge in Zentralamerika sind einfach nur zeitaufwendig und nervig.

Geht man die Sache mit dem nötigen Gleichmut an (den viele Menschen von Natur aus besitzen), kann man die Prozedur in ca. 3 Stunden relativ unbeschadet hinter sich bringen.

Ich mache es nur in Stichworten:

diverse Verantwortliche an unterschiedlichen Stellen (die man suchen muss), Stempel, Kopien anfertigen, Unterschriften, Geld tauschen, Geld einzahlen, Wagen und Roller Besichtigung. Das Ganze auch gerne mehrmals usw.

Wen es genau interessiert, der kann bei Verena und Tom auf der Website nachschauen.

oder auch bei  Sergio & Nadine, die ich unterwegs bestimmt 5-mal traf.       

 

Von der Grenze Belize/Guatemala fuhr ich dann auf mehr oder weniger guten Straßen Richtung Tikal.

Tikal liegt im Norden des Lago Peten Itza.  Ich hatte keine Eile, so ließ ich mir Zeit und konnte sogar unterwegs in El Remate nach einigen Fehlversuchen auf der Strecke dorthin, an einem ATM Quetzals (die Landeswährung in Guatemala) ziehen.

Gegen 16h erreichte ich dann den Parque Natural Tikal. Nach abdrücken von 150 Quetzales (ca. 19€) durfte ich dann weiter in den Park fahren. Dort fand ich dann am Hotel Jaguar Inn einen akzeptablen Übernachtungsplatz (natürlich wieder im Dschungel).

Tags drauf ging ich dann gleich nach Sonnenaufgang zu den Pyramiden, um dem großen Touristenansturm zu vorzukommen.

Der Erste war ich nicht, denn die Anlage darf man schon ab 4h betreten, wenn man bereit ist fast den doppelten Parkpreis zu zahlen.

Ich war nicht bereit. Ums Geld ging es mir weniger, ich hatte einfach keine Lust um 3h aufzustehen und dort im Dunkeln rumzuirren.

Positiv: Relativ wenig Touristen und ohne Souvenirhändler, die permanent versuchen einem irgendeinen Kitsch auf zu quatschen.

 

Schön im Morgengrauen, wenn sich der Dunst langsam über den Dschungel hebt.

Die Anlage ist so groß und weitläufig, so dass man auch gerne einen zweiten Tag für die Besichtigung einplanen könnte.

Ich hatte allerdings in den letzten Wochen genug von diesen Steinhaufen gesehen und habe mich nach der Besichtigung so gegen 10h wieder auf die Puschen gemacht.

Flores war das Ziel.

Der schöne Teil von Flores liegt auf einer Insel im Lago Peten Itza.

Nach relativ kurzer Fahrt, auf den letzten 10 km wieder Piste, erreichte ich mein Ziel.

Ein Hostel mit einigen Backpackers aus der ganzen Welt, gegenüber von Flores. Auf einem Hügel mit tollem Blick auf Flores, nur durch eine kurze Bootsfahrt von der Insel getrennt.

Nicht nur die Aussicht war 1A, auch Duschen, Toiletten waren okay. Außerdem stand die Karre direkt am Pool.

Der Platz war allerdings mit dem MAN nicht leicht zu erreichen.

 

Er hatte eine wahnsinnig enge Einfahrt mit höchstem Schwierigkeitsgrad - sehr eng nach links, rechts und nach oben, extrem steil und die Steigung war schräg, sodass die Kabine stellenweise eine andere Neigung hatte als der Truck.

3-4 Tage später ging es weiter.

Richtung Antigua, wahrscheinlich die schönste Stand Zentralamerikas.

Zunächst musste ich ca. 40 km mas o menos, übelster, total einsamer Piste durch den Regenwald bewältigen.

 

Dann ging es durch eine traumhafte Gebirgsregion, gesäumt von vielen Mayaansiedlungen.

Mehr als eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 30 - 40 km/h war nicht zu schaffen. In Coban musste ich mitten in der der Stadt in einem NP Zwischenstation machen.

Bevor man Antigua erreicht, geht es erst ein paar Kilometer durch Guatemala City.

Katastrophaler Verkehr. Okay - muss man Mexico City streifen, ist schnell ein ganzer Tag weg.

Hier waren es nur ca. 3 Stunden. Man quält sich im Stopp-and-Go-Rhythmus durch die Stadt. Drei Fahrzeuge nebeneinander, wieder ohne Begrenzungstreifen. Heilloses Durcheinander von Autos, Bussen, Trucks, Mopeds, Fahrrädern, Fußgängern, fliegenden Händlern mit ihrem Gefährt und vieles mehr. Jeder hat es eilig, jeder will der Erste sein.

Was genau vor dem MAN oder rechts passiert sehe ich nicht, wird schon einer schreien, wenn ich zu nahe komme. Nix für schwache Nerven…

Irgendwann hat man es geschafft, mit viel Glück sogar ohne Karambolage. Über Antigua kann ich nur sagen, dass ich bisher noch keine schönere Stadt auf der Welt gesehen habe. Wenn man mal von so großen alten Städten wie Paris, London, Rom, Venedig etc. absieht.

Die Stadt gehört seit Jahren zum UNESCO Weltkulturerbe und ist entsprechend herausgeputzt.

Antigua hat mir sehr gefallen. Am Fuß eines Vulkans, mit super restaurierten Gebäuden, Straßen aus Kopfsteinpflaster und einer angenehmen Atmosphäre trotz der vielen Touristen.

 

 

 

Sonntagnachmittag fing es plötzlich stark an zu regnen. Ich war am Hauptplatz und stellte mich zum Schutz unter die Arkaden.

Plötzlich lief ein kleines bunt gekleidetes Maya-Mädchen, kaum älter als ein Jahr um meine Beine herum.  Als sie merkte, dass ich sie beobachtete, lief sie schnell zu einem anderen größeren Mädchen, ihre etwa 10-jährige Schwester, wie ich später erfuhr.

Die 10-jährige saß auf einem Treppenabsatz, vor einem Korb mit Zigaretten. Sie verkaufte also Zigaretten und musste auch noch auf ihr kleineres Schwesterchen aufpassen.  

Ich setzte mich zu den beiden Mädchen und fragte die Ältere, ob ich ein Foto von der Kleinen machen dürfte. Sie wollte einen US$ dafür haben.

Daraufhin habe ich sie in ein Gespräch verwickelt und u. a. fragte ich nach dem Namen der Kleinen.

Die 10-jährige nannte mir den Namen (es war ein Maya-Name) den ich aber nicht richtig verstand. Ich bat die „Große“ mir den Namen aufzuschreiben. Die Antwort war erschütternd. Denn sie konnte nicht schreiben, weil sie und ihre Eltern so arm sind, dass sie hier Zigaretten verkaufen muss und keine Zeit und kein Geld hat um zur Schule zu gehen.

Wie ist das möglich. In dieser Stadt fahren Einheimische mit Autos rum, die locker zwischen 100 und 200.000€ kosten und dann diese Armut.

 

 

Kirchliche Prozession.

Ganz langsam und von links nach rechts wiegend, damit der Rhythmus nicht verloren geht, wird eine wahrscheinlich tonnenschwere Barre auf der eine Jesusabbildung thront, durch die Calle und Aveninads von Antigua geschleppt.

Die Träger, die sich auf Grund des Gewichts der schweren Barre häufig abwechseln müssen, sind in geheimnisvollen Tunikas mit Kapuze gehüllt.

Schwitzend, oft die Augen geschlossen, wirken einige wie in Trance.

Viele von ihnen, die sich als Ersatzträger bereithalten, laufen vor und neben der Barre mit, um sofort einen Träger zu ersetzen, wenn dieser eine Pause benötigt.

Die Gassen sind von Menschen gesäumt, die ehrfürchtig und schweigend zuschauen. Kein Wort wird gesprochen, viele bekreuzigen sich.

Man hört nur Musik. Denn zwei Kapellen, die sich abwechseln, spielen melancholische Lieder, alles ist im Weihrauchnebel gehüllt. Fast gespenstisch – ich gehe eine Zeitlang mit, um das Spektakel zu beobachten und Bilder zu machen.

Verabschiede mich jedoch, als mir schlecht wird von dem Weihrauchnebel und den Menschmassen.

 

Tags drauf ging ich staunend durch den riesigen, bunten örtlichen Markt. In Erinnerung ist mir ein Mann geblieben, der am Marktausgang meinen Weg kreuzte. Später sah ich ihn auf dem Bordstein hocken. Er hatte irgendwo zwei inzwischen schwarze Bananen aufgetrieben, die wahrscheinlich seine Tagesmahlzeit sein sollten. Er war völlig  verdreckt und runtergekommen. Traurig – eventuell stand er unter Drogen oder hatte einfach nur resigniert.

 

 

 


 

Atilan/Solola

Tage später fuhr ich ein paar Kilometer weiter an den Atilansee.

Viele behaupten, dies sei der schönste See Lateinamerikas. Von meinem Stellplatz auf einer großen Wiese, wo ich neben dem Pool unter einer Palme und alten Bäumen direkt am See stand, hatte ich bei Tag und bei Nacht einen atemberaubenden Blick, über den See auf drei Vulkane. Wie im Bilderbuch.

 

Die Straße zum See, der auf ca. 1000m liegt, ist sehr steil und führt durch den authentischen Ort Solola.

In Solola findet mehrmals die Woche ein großer Mayamarkt statt. Fotografieren wird allerdings nicht gerne gesehen.

 

 

 

Von Cichchicastenango trennten mich nur 50 km.

Diese hatten es aber in sich. 50 km in 3 Stunden. Steile enge Straßen mit vielen Haarnadelkurven, mit reichlich Topes (gefährliche Bodenwellen). Die in Guatemala Tomolus heißen und wegen fehlender Hinweisschilder schwer zu erkennen sind. Oft konnte ich den Straßenverlauf der Kurven aus meiner Helikoptersitzstellung im Fahrerhaus nicht sehen und musste die Kurven nach Gefühl fahren.

Gut, dass mir in diesen sehr anspruchsvollen Kurven nie ein Chickenbus entgegenkam. Diese bunten mit viel Chrom, liebevoll verzierten und sehr gepflegten Überlandbusse, fahren am Limit. Natürlich schneiden sie auch Kurven. 

Alles muss schnell gehen, so richtig angehalten wird eigentlich nicht, vielleicht nur Bruchteile von Sekunden. Möchte ein Maya z. B. mit seinem Gepäck von A nach B, stellt er sich an den Straßenrand und winkt kurz einem anbrausenden Chickenbus. Der Busfahrer sieht den potenziellen Fahrgast, bremst kurz vor diesem scharf ab und gibt diesem nur Bruchteile von Sekunden die Gelegenheit mit einer Hand die Trittleiter zu erwischen, die hoch zum Gepäckträger des Busses führt. Man kennt das aus Filmen, wenn blinde Passagiere versuchen auf fahrende Züge aufzuspringen. Der Bus gibt sofort wieder Vollgas und hüllt meistens 200-300 m hinter sich alles in eine schwarze Ruß-Qualm-Wolke. Man sieht so gut wie nichts mehr und hält am besten Abstand, wenn man etwas sehen bzw. nicht ersticken möchte. Der neue Passagier mit Gepäck klettert inzwischen die Leiter hoch und versucht seine Tasche/Koffer/Korb o.ä. auf dem Gepäckträger zu befestigen. Alles bei voller Fahrt.

Da ich bei diesen steilen, engen Straßen inzwischen nur noch in der ersten Schaltgruppe fahre, liegt mein Fahrttempo an den kurvenreichen Steigungen bei max. 30-40 km/h, wenn überhaupt. Zu langsam für die Chickenbusse, die voll Stoff heizen.

Die bunten Busse fahren mit Beifahrer/Schaffner.

Dieser Beifahrer zieht nicht nur flott die Fahrgäste in das Fahrzeug, kassiert und unterstützt die Passagiere beim Aussteigen, sondern hilft in den engen Städten oder bei Hindernissen sonstiger Art beim Rangieren. Nein – auch während der Fahrt hat er Aufgaben. So ist die rechte Bustür meistens offen und der Beifahrer hängt bei voller Fahrt fasst halb draußen.

So kann er dem Fahrer z. B. nach einem Überholmanöver sagen, wann dieser wieder rechts rüber ziehen kann.

Ich bin also nicht nur häufig in Kurven von entgegenkommenden Fahrzeugen geschnitten worden, sondern auch von den Bussen, die mich überholt haben, wenn sie rechts wieder einfädelten.

Diese Überholvorgänge sind absolut filmreif, denn überholt wird immer und überall, natürlich auch in Kurven.

Wird man also an einer extremen Steigung überholt, kann es sein, dass der überholende Bus nicht nur schnellstmöglich nach rechts zieht, sondern auch abrupt abbremst, da am Wegesrand ein neuer Fahrgast steht und winkt.

Probleme können hinter jeder Kurve auftauchen.

Die Fahrbahn kann verschüttet oder teilweise weggespült sein. Oder es steht ein Truck auf der Straße, weil er die Steigung nicht mehr schafft oder eine Panne hat.

Alles passiert - 100%-ige Konzentration ist angesagt.

Und alles ohne Netz und doppelten Boden, soll heißen:

 Leitplanken gibt es nicht und eine KFZ-Versicherung habe ich natürlich auch nicht, geschweige denn eine Vollkaskoversicherung.

 

 

 

 

Nach ca. 3 Stunden kam ich dann in Chichicastenango an. Wegen Innenstadtsperrung wusste mein Navi nicht so richtig weiter, also habe ich mich zweimal festgefahren, in diesem extrem engen Straßen Gewirr. Das alleine wäre eine Story für sich.

Chichicastenango ist bekannt für den größten Mayamarkt in Lateinamerika. Hat mir allerdings nicht so gefallen, viel zu viel Touristen, die an den Markttagen angekarrt werden.

Aber die Kirche Santo Toma hat schon was.

Diese Kirche wurde von den Spaniern im frühen 16-ten Jahrhundert auf dem Fundament der örtlichen Mayapyramide errichtet.

Die Stufen hoch zur Kirche zeugen noch von der Pyramide. Unten auf den ersten Stufen brennt stetig ein Holzkohlenfeuer.

In dieses Feuer werden dann ab und zu Bündel von Kerzen geworfen. Was so richtig qualmt.

 Auch andere Opferungen sollen dort noch vorgenommen werden. Oben vor dem Kircheneingang wird permanent Weihrauch abgebrannt.

Der gesamte Rauch und Qualm gelangt durch die offenen Kirchentüren ins Innere der Kirche.

Innen wirkt die Kirche, die sehr schlicht aus Holz und Fels gehalten ist, sehr mystisch und geheimnisvoll. Besonders das Holz ist schwarz vom Rauch.  Man fühlt sich ins Mittelalter zurückversetzt.    

 

 

 

Das war in „wenigen Worten“ mein 3-wöchiger Kurztrip via Belize nach Guatemala.  Ich habe viel erlebt, alles zu berichten, ist fast unmöglich.

Fazit:

Auch wenn Guatemala für mich nur ein Durchreiseland bleibt, war es sehr interessant, hat es doch alle Sinne gefordert.

Tolle, vielfältige oft gebirgige Landschaften, Flüsse, Seen, Vulkane, reichlich interessante Orte und die schöne Stadt Antigua. Schwierige, kräftezehrende Straßenverhältnisse.

Wie fast überall, wo sich Touristen tummeln, relativ teuer, obwohl die Menschen auch hier sehr arm sind.

An der Grenze von Guatemala nach Mexico wurde ich sehr herzlich mit Handschlag auf beiden Seiten begrüßt und verabschiedet.

Auch über diesen Grenzübertritt könnte ich viel erzählen.

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Wieder auf dem Weg Richtung Norden, machte ich noch einen super tollen Stopp in Lagos de Colon.

Außer mir nur eine Handvoll mexikanischer Touristen und Einheimische. Ein echter Geheimtipp. Hier könnte ich Wochen bleiben.

Viele Seen auf unterschiedlichem Terrassen, Flüsse, kleine Wasserfälle, alles mit einander verbunden. Bei glasklarem Wasser aus den Bergen von Guatemala. Maya-Pyramiden und vieles mehr…