Seit April ist einiges passiert und weil ich in den letzten Monaten immer wieder von allen Seiten gefragt wurde: Wann geht es denn nun los?

 

Hier die Antwort.

 

Viele Sachen fehlten noch und mussten gekauft werden:

Infrarot-Entfernungsmesser (zum Messen von Tunnelhöhe, Überhängen, Brückenunterquerungen usw.)

Lasertemperaturmessgerät zum Temperatur messen der unterschiedlichen Ölstände

Gefrierbox

Generator

Stromwandler 220v -> 110V

Son of hibachi - super Grill. Nach der Benutzung zusammen klappen, 2 Minuten Fett ablaufen lassen, in die Verpackung legen Reisverschluss zu und verstauen - fertig

Batterietrennschlüssel (Knochen)

4 Bergeseile, zusammen 32m lang

5 große Schäkel

Ersatztankdeckel (Wasser, Diesel,…)

Staubsauger

Trittleiter

Teleskopleiter

Aluboxen

Neue Stühle, Liegen und Tische und vieles mehr

 

Auch die Verschiffung musste organisiert werden. Die Verschiffung kann man selber organisieren, spart dadurch aber nicht besonders viel. Seabridge weiß wie man es macht, sehr kompetent u. bieten einen tollen Rundum-Service.

 

Oben auf das Dach habe ich drei Alu-Boxen montiert, sowie die Helmbox des Motorrollers.

Die ganze Front hat ein Facelifting erhalten.

Jetzt ist auch der Kühlergrill, MAN-Logo und der Löwe beige und nicht mehr schwarz, wie vorher.

Die Schäkel-Halterungen (Mäuler) musste ich um ca. 2mm ausfräsen, das hat mit der Bohrmaschine einige Stunden in Anspruch genommen.

 

Der Kühler-Ausgleichsbehälter hätte in der Sahra fast seinen Dienst eingestellt und musste ausgetauscht werden, genau wie der Pollen/FH-Innenraumfilter.

 

Auch die gesamte Kühlflüssigkeit wurde gewechselt.

 

                                                             

 

Ab und an spielte die Tachonadel verrückt, natürlich dann, wenn ich es überhaupt nicht gebrauchen konnte, wie z.B. wenn blitzer.de Alarm machte u. eine Radarfalle angekündigt wurde.

 

Also Tachoimpulsgeber ausgetauscht.

 

Ca. 15 Schmiernippel mussten abgeschmiert werden, einen an der Kardanwelle hatte es auf der Piste wohl total weggerissen. Gewinde schneiden und neu einsetzten war angesagt.

 

Auch mehrere Gelenkmanschetten an Steuer- und Spurstange hatten einen Schaden auf unserer Marokkotour bekommen. Die entsprechenden Teile wurden also von Olaf und mir ausgebaut u. von Gelenke-Müller zu einem sehr fairen Preis erneuert.

 

An mehreren Reifen wurden die Ventile erneuert und die Reifen mit einem Gummimittel  aufgearbeitet. Nina fragte: Sind die Reifen neu?

Nein leider nicht, aber sie sehen jetzt ziemlich gut aus.

Die Hinterreifen bekamen Schmutzfänger und den Unterfahrschutz habe ich abgebaut.

 

Was sich hier so einfach liest, bedeutete mehre Fahrten zum TÜV . Einiges an Überzeugungsarbeit auch  250€  haben den Besitzer gewechselt, denn auch ein Gutachten musste erstellt werden.

Der Truck wurde von 12t auf 11,79t abgelastet.

Weiß jemand warum? Was diese Ablastung soll?

 

Die Motorradhalterung musste passend eingestellt werden. Das Seil der Winde hatte ich durch falsche Bedienung zerlegt, also das Seil reparieren u. jede Menge spezielle Spanngurte wurden beschafft.

Der größte von 5 Unterflurstaukästen wurde ausgebaut u. mit einem Zwischenfach versehen, diese Ablage ist sehr stabil und kann die Teleskopleiter tragen, die ein ordentliches Gewicht hat. In einer angenehmen Höhe zum rausnehmen und wieder zurücklegen.

 


Den größten Aufwand für Planung und Umsetzung habe ich allerdings für das Garagensystem betrieben.

Größe mehr als 2,5³ m

 

Darin kann man schon einiges Verstauen:

Leiter, Stühle, Tisch, Sonnenliegen, Abschleppstange, Werkzeug zum Reifenwechsel mit großen starken Verlängerungsstangen, Überbrückungskabel, Axt, Spaten, Schaufeln, Schäkel, Bergungseile, Getränke, Trolly, Gefriertruhe, alle Arten von Werkzeugen, auch Flex, Bohrmaschine und Schraubstock, Nietzange und Tacker. Natürlich auch Massen an Ersatzteile für MAN und Aufbau…

Fast so viel hatten wir auch auf der Marokkotour in der Garage.

Verstaut in ca. 8 großen Gitterboxen.

 

Dann hieß es dort: Wer hat eine Leiter?

Wer hat ein Überbrückungskabel?

Wer hat einen 19-Schlüssel? Nee, doch nicht  - wir brauchen einen 22-er Schlüssel…

 

Ja ich hatte alles mit, aber wo bzw. wie komme ich jetzt da ran, in der Mitte unten irgendwo, bei 40° oder im Dunkeln, wenn wir abends bis weit in die Nacht Not-Reparaturen durchgeführt haben.  Spaß kommt da nicht auf…

 

Klar, ein Ordnungssystem musste her, nach dem Motto:

Ordnung ist das halbe Leben.

 

Nun und so sieht es aus, ein ca. 1,60 m langer Schlitten zu 88% ausfahrbar u. einer  Belastungskapazität von 400kg:

Unten Platz für 2 Stühle, darüber eine Trittleiter, rechts daneben, der zerlegte u. verpackte Tisch mit Markisenhalterung und oben (rot) und dahinter (nicht zu sehen) Werkzeug und vieles mehr.

Auf der linken Seite der Garage wurde eine zusätzlich 12v-Steckdose und zwei 220V-Steckdosen installiert, für Akkubohrer und Gefrierbox (zu sehen vorne). Links kann man die Abschleppstange sehen, rechts Knarrenkasten, Trolly, Ersatzteile, Schraubstock usw.  Oben unter der Decke die Liegen u. Gummistiefel (diese will ich nie benutzen, aus dem Grund habe ich sie mit ;-) )

 


Und wenn jetzt jemand denkt, geschafft, dass war es mit langweiligem Blabla, den muss ich enttäuschen.

Der MAN wird nach Halifax verschifft, dass liegt in Kanada.

Wer weiß schon, dass die Kanadier Angst vor der Maul- und Klauenseuche haben – interessant, oder und was soll das hier?

Aufgepasst, es ist nicht nur verboten, Alkohol, Waffen, Medikamente (zählen als Drogen) und Nahrungsmittel einzuführen, nein es ist auch verboten Erde und Sand einzuführen.

Und genau das ist das Problem      SAND

 

Der MAN ist ein ehemaliges Militärfahrzeug, war also auch unten herum grün, bis er halt aufgearbeitet und unten herum schwarz lackiert wurde. Kein Problem bis jetzt klar…

Aber ich habe ihn im Februar einen Unterbodenschutz verpassen lassen. Mit anderen Worten, er ist gewachst worden u. danach sind wir mit ihm durch die Wüste geheizt, was man wörtlich nehmen darf. Ja und?

Genau – nun sieht er unten herum aus wie ein paniertes Schnitzel (Sand, Sand, Sand) und ich bekomme ihn nicht sauber.

Die Nachbarn dachten schon der Typ hat doch eine Schraube locker.

5, 6, 7 mal habe ich ihn mit Achims Hochdruckreiniger abgestrahlt.

Mit dem Ergebnis, dort wo ich den Sand runter bekam, ging auch das Wachs und der schwarze Lack runter, Neulackierung war für diese Stellen angesagt.

Viele Stellen habe ich einfach nicht sauber bekommen. Ich hatte auch „die Nase voll“, keine Lust mehr.

Leider nehmen die Kanadier Geländewagen genau unter die Lupe, dass darf bei dem MAN nicht passieren, falls doch, schicken sie mich wieder nach Hause, klar wie Kloßbrühe.

 


Am 23.08.16 ging es dann nach Hamburg.

Im „HH-Wohnmobilhafen“ zwischen Hafen und Speicherstadt fanden ich einen Stellplatz.

Allerdings kam ich zu nix, jedenfalls die ersten 2 Stunden. Immer wieder kamen andere Wohnmobilfahrer auf mich zu, um mir Fragen zu unserem MAN und weiteren Reisezielen zu stellen.

Auf diesem Stellplatz war unserer Wagen allerdings nicht die einzige Attraktion.

 

Denn gegen diesen MAN sieht unser Fahrzeug fast wie ein Kleinwagen aus.

 

Rosmarie & Fritz aus der Schweiz mit ihrem 6x6 also 3-Achser, Automaticgetriebe, 9m lang, fast 2,50m breit und kaum niedriger als 4m, 540 PS, 800l Wasservorrat usw. sind schon viel herum gekommen. Reiseberichte und nützliche Tipps findet man auf ihrer Homepage offroadvilla.com.

Die Beiden wollen die Panamericana von Süden nach Norden fahren und haben ca. 2 Jahre für den südlichen Teil vorgesehen. Na ja, vielleicht treffen wir uns ja unterwegs…

 


Unser MAN musste für die Verschiffung klargemacht werden.

Tanks dürfen max. ein Viertel voll sein. Reservekanister müssen leer sein. Gas-Tanks bzw. Flaschen müssen ebenfalls leer sein.

Das Fahrerhaus muss komplett aufgeräumt/leer sein. Alles muss verschlossen werden, aber der Zugang zu den Starterbatterien muss sichergestellt werden. Nun und dann sollte er auch ziemlich sauber sein. Wie schon gesagt, keine Erde kein     SAND

 

Nach mehrtägiger Besichtigung von Hamburg und Umland haben wir dann den MAN am folgenden Wochenende in den Hafen gefahren und die Formalitäten erledigt. Was übrigens alles hervorragend geklappt hat, weil die Fa. Seabridge einen tollen Job macht.

Nun wieder zuhause kümmere ich mich um den Update der Navi-Systeme, diverse Apps müssen geladen werden, um Kranken- und KFZ-Versicherungen für Kanada/USA/Mexico. Straßenkarten und Reiseführer kaufen. Die deutschen Versicherungen für Motorroller und LKW müssen abgemeldet werden.

Visa müssen beantragt werden, Hotel für Halifax buchen, Kreditkarten freischalten, Bargeld besorgen, alles einpacken, was ich vergessen habe im Truck zu verstauen usw., usw.

 

Stand heute:

Das Expeditionsmobil ist unversichert auf hoher See.

Den Transport kann man wie auf der Einstiegsseite beschrieben verfolgen unter

http://www.marinetraffic.com/de/ais/index/ships/all

 

Die Frachtrechnung ist inzwischen auch eingetroffen knapp 4.000€

Zusätzlich kommen noch ein paar Nebenkosten  hinzu:

Treibstoffzuschlag 178,12 €  Beratung für: ULS (extra schwefelfreier Diesel) 249,36 € Speditions- und Hafengebühren in Hamburg 195,00 €     Fahrzeugtransport Unterboden-Reinigung in Hamburg 61,00 €     Roll On / Roll Off Einfuhranmeldung für Canada 60,00 € Hafengebühren Halifax CA$165 0,6923 € 114,23 €     Seetransport- und Agriculture Inspection CA$65 0,6923 € 45,00 €     Kfz-Versicherung ISPS Terminal Charge 50,00 € plus 150 CA$ Speditionsgebühr in Halifax und wenn man möchte kann man auch noch eine Transportversicherung für die Tage auf See abschliessen ca. 2.000€

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Am 20.09. trifft der LKW voraussichtlich in Kanada ein.

Ich fliege hinterher und werde versuchen den Brummer durch den Zoll zu bringen.

Wetter in Halifax klick hier

Wetter in New York City klick hier

 

Klappt das, geht es ab Richtung Süden, immer Richtung Süden, New York, durch die Appalachen...

 

Vielleicht die Route 66, vielleicht auch runter bis South Carolina und dann rechts ab nach California - dort angekommen, links halten - treiben lassen, dem Sommer hinterher.

 

Schnell nach Mexico auf die Baja California:

Wetter dort klick hier

 

glasklares, warmes Wasser, hohe weiße Dünen, Schwimmen, Schnorcheln, Tauchen, Surfen oder einfach nur Wale, Delphine beobachten.

 

In der Hängematte zwischen Palmen chillen, den Tag verdösen oder endlich "Straße der Wunder" lesen bevor ich in Oaxaca eintreffe.

 

Abends frischen Fisch und Langusten grillen, dazu ein/zwei Budweiser oder "Sex on the beach" geniesen (damit meine Tanten nicht in Ohnmacht fallen gleich die Erklärung => Sex on the beach ist ein Cocktail)

 

 

 

Vorerst kein Winter mehr in Sicht bzw. kein kruseliges Novemberwetter….